|
Vorwort |
| Die Kupplungslamellen der KTM
SC/SXC/EGS scheinen empfindlich gegenüber einem Wechsel der Ölsorte
zu sein. Selbst mit dem vorgeschriebenen Öl (Shell Advance Ultra,
ein vollsynthetisches 15W40 Mehrbereichsöl) kommt es unter
extrem(er)en Situationen zum Durchrutschen der Kupplung
Dieser Schlupf tritt vor allem bei Vollgasbeschleunigungen z. B.
im 5. Gang auf und ist weder dem Öl noch den Reib- bzw.
Stahlscheiben zuträglich. |
| In dieser Anleitung soll eine
"Do-It-Yourself"-Demontage der Kupplung nebst Austausch der
Druckfedern gegen die verstärkten Exemplare in der Rallye-KTM
beschrieben werden. Die Operation dauert etwa 1 bis 1½ Stunden und
kann vom durchschnittlich begabten Hobbyschrauber durchgeführt
werden.
Die Betätigungskräfte wachsen beim Austausch von drei der sechs
Federn nicht in's Maßlose - selbst Enduristen mit sechs Rallyefedern
benötigen keinen Popeye-Unterarme. |
 |
|
|
|
Werkzeug |
| Besonderes Spezialwerkzeug ist
nicht notwendig. Allenfalls eine 8er und eine 10er Nuß samt Ratsche,
Schraubenzieher und Dichtungsschaber/Teppichschneidemesser. Die
Ängstlichen brauchen noch Loctite 243 für den Schalthebel. |
|
|
|
Materialiste |
- ein Satz verstärkte Kupplungsfedern (Stck.
€ 2,40),
- der zugehörige Federteller (um die
€ 1,00),
- die Kupplungsdeckeldichtung (um die
€ 5,00),
- Stahlscheiben (1,2 und 1,5 mm ca.
€ 6,00),
- Reibscheiben (1,0 mm, 1,5 mm, 2,0 mm um die
€ 6,00),
- Reiblamellen (€ 12,80),
- ausgedrehte Lamellen samt O-Ring (€
14,50) und
- eine Hydraulik-Kit zum Nachrüsten (€
175,00)
Drei bzw. sechs Exemplare des Punkts 1 und 2 sowie die Dichtung 3
gehören zum Umfang der hier beschriebenen Umbauarbeiten. |
|
|
|
Vorbereitung |
| Als besonders praktisch
erweist sich der Tausch der Kupplungsfedern im Zusammenhang mit
einem Ölwechsel. Hier
kann vor dem Einfüllen von Frischöl ohne große Schmierage das
Getriebe geöffnet werden. Analog legt man die KTM nach dem Entfernen
von Sitzbank und Tank auf die rechte Seite und bekommt so die
Kupplung ölfrei. |
Los geht's!
-
Kickstarter nach
hinten oben festlegen
- Schalthebel ausbauen dazu Schraube lösen u. ggf. etwas quer
zur Gewinderichtung klopfen (Vorsichtig !), damit sich die
Verzahnung löst. Schalthebel samt Dichtung entnehmen.
- Die 8er Schrauben ueber Kreuz lösen, dann leicht seitlich auf
den Kupplungsdeckel klopfen, damit dieser sich löst. Zur
Aufbewahrung der Schrauben hat sich ein Stück Karton bewährt, auf
den man die Umrisse der Kupplungsdeckeldichtung aufmalt und die
Schrauben an ihren angestammten Plätzen durch den Karton sticht.
In diesem Zusammenhang auf den Kupferdichtring unter der der
Düsenschraube am nächsten liegenden 8er Schraube achten und ihn
bei Undichtigkeiten ggf. ersetzen.
- Kupplungsdeckel abnehmen. Dazu ggf.
vorher die Ölleitung (Fitting 5 und Düsenschraube 6) am Deckel
abnehmen.
Anm.: Das Öl ist hierzu entweder abgelassen oder die Maschine
liegt mit abgenommenem Tank auf ihrer rechten Seite. |
|
|
|
Kupplungspaket demontieren, Federn
tauschen |
|
Schrauben am Kupplungskorb über Kreuz
lösen, Federn so entspannen.
Fleißaufgabe für Paranoiker:
- Kupplungskorb mit Paket abnehmen.
- Modelle ab 1997: Checken, daß die
letzte (innere) Scheibe einen größeren Innendurchmesser
und einen Anlauf-O-Ring hat.
- Modelle bis 1997 können mit
Sommer-Teilen nachgerüstet werden - speziell dann, wenn
die alte Kupplung beim Einkuppeln ruckt und rupft.

- Checken, dass die scharfen Grate
der Metallscheiben nach innen weisen.
- Reibscheiben ggf. mit Waschbenzin
reinigen.
- Dicke der Reib- u. Druckscheiben
prüfen, Seitenschlag auf Richtplatte prüfen.
3 (oder alle 6 - fuer extrem knackigen
Druckpunkt) Federn durch die verstärkten Rallyefedern
austauschen. Falls nur drei eingebaut werden, natuerlich
symmetrisch.
Falls vorhanden: Federteller an den
verstärkten Federn umdrehen, sodaß sie mit dem konvexen Ende
nach außen schauen. Falls nicht vorhanden: Federteller
nachrüsten. |
|
|
|
Kupplungsspiel prüfen |
- Kupplungkorb aufsetzen, Schrauben über
Kreuz festziehen. (Handfest, nicht anknallen!)
- Kupplung auf Funktion überpüfen - Spiel
muß vorhanden
sein!
Falls dieses Spiel - auch an der Ausrückwelle -
nicht vorhanden ist, muß die Kupplungsausrückung eingestellt werden.
Hierzu ist die Ausrückwelle (A) im Uhrzeigersinn auf Anschlag zu
stellen (geht behelfsmäßig durch Vergrößern des Spiels am
Kupplungshebel und leichtes Vorspannen des Hebels mittels
Kabelbinder).
Der stirnseitige Schlitz (Abb. links) an der
Ausrückwelle sollte nun parallel zur Gehäusedichtfläche verlaufen.
Eine Korrektur ist durch Entfernen des Splints
und Hinein- bzw. Herausdrehen der Druckstange (4, Abb. rechts)
möglich. Nach dem Einstellen mit neuem Splint
sichern.
|
|
|
|
Zusammenbau |
- Kupplungsdeckel und Getriebegehäuse von
Dichtungsresten reinigen.
- Neue Dichtung mit etwas Silikonfett
mittelschwer oder Motoröl benetzen und auf das Getriebegehäuse
aufbringen
- Kupplungsdeckel montieren, auf Innenteile
(vom Kickstarter etc.) und Paßhülsen achten.
- Leicht mit dem Handballen anklopfen
- Zunächst ueber Kreuz vorziehen, danach
endgültig handfest. Nicht anknallen!
- Schalthebel mit etwas Loctite 243 wieder
befestigen, Kickstarter entlasten.Motorrad aufrichten
- Falls Öl abgelassen: Öl auffüllen Loch am
Kupplungsdeckel mit Lappen verschliessen.
- Ölkreislauf enlüften, dazu warten bis an
der Ölleitung Öl austritt. Anschließend Ölleitung am
Kupplungsdeckel befestigen. KTM EGS / Enduro sinngemäß.
- Auf Dichtigkeit prüfen, Kupplung auf
Funktion prüfen, ggf. Spiel am Handhebel einstellen.
Fertig! |