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Set-Up & Einstellung Federbein  WPSuspension
Die Einstellung Ihres Stoßdämpfers wird durch einige Komponenten bestimmt, die miteinander variiert werden können: die Federstärke. die Federvorspannung sowie die Zug- und Druckstufendämpfung. Das Zusammenspiel dieser Komponenten bestimmt das Verhalten Ihres Stoßdämpfers und somit das Fahrverhalten Ihres Motorrades. Die Standard einstellungen wurden auf Grund von jahreLanger Erfahrung so ausgewählt, daß sie den Anforderungen in den meisten Situationen optimal entsprechen.
 
Federvorspannung
Der Federtyp und die einstellbare Vorspannung (preload) der Feder in Ihrem Stoßdämpfer sind die bestimmenden Faktoren. um ein optimales Federverhalten zu bekommen. Aus diesem Grund muß erst die Feder richtig eingestellt sein, damit der Stoßdämpfer gut funktionieren kann. Hierzu müssen Sie den sog. ,,statischen” und ,,dynamischen” Negativfederweg bestimmen (der Stoßdämpfer muß hierbei kalt sein):
  • Stellen Sie das Motorrad so auf einen Bock oder eine Kiste. daß das Hinterrad frei in der Luft hängt.
  • Messen Sie den Abstand zwischen der Hinterachse und einem Punkt am hinteren Fahrgestell. z.B. einer der Befestigungsschrauben am Schutzblech.
  • Stellen Sie nun das Motorrad auf den Boden und bewegen Sie die Federung des Hinterrades einige Male auf und nieder.
  • Mit Hilfe einer zweiten Person. die das Motorrad gerade hält. messen Sie nun erneut den Abstand zwischen der Hinterachse und dem Bezugspunkt.

Die Differenz zwischen den beiden Werten ergibt den statischen Negativfederweg (rear ride height sag). Der statische Negativfederweg des kalten Stoßdämpfers muß zwischen 15 und 20 mm betragen. innerhalb dieser beiden Werte -jedoch in keinem Fall darunter oder darüber -können Sie die Federvorspannung variieren. Wenn der Stoßdämpfer warm wird, nimmt der statische Negativfederweg ab. Der Stoßdämpfer darf sich niemals ganz oben befinden. so daß er nicht mehr einsinken kann (der statische Negativfederweg beträgt in diesem Fall 0 mm). Um nun festzustellen, ob die Feder zu hart oder zu weich ist. muß auch der dynamische Negativfederweg bestimmt werden:
  • Der Fahrer nimmt in normaler Ausrüstung auf dem Motorrad Platz und setzt einen Fuß auf die Fußraste.
  • Eine zweite Person mißt erneut den Abstand zwischen Achse und Bezugspunkt.

Die Differenz zwischen dieser und der ersten Messung ist der ,,dynamische  Negativfederweg”. Der Wert muß hierbei zwischen 90 und 100 mm betragen. Wenn bei einem statischen Negativfederweg von 15 mm der dynamische Negativfederweg ungefähr 80 mm oder weniger beträgt, dann ist die Feder zu hart. Beträgt der ,,dynamische” Negativfederweg bei einem statischen Negativfederweg von 15 mm ungefähr 110 mm oder mehr. dann ist die Hauptfeder zu weich.

 

Vorspannung
Die Vorspannung der Feder kann am besten bei ausgebautem Stoßdämpfer verändert werden. Mit einem Hakenschlüssel wird erst der Kontra-Federteller Losgedreht. dann kann mit demselben Werkzeug der Schraubfederteller. der die Feder gegenhält. verdreht werden. Jede Umdrehung des Schraubfederteller erhöht oder senkt die Federvorspannung um genau 1.75 mm. Wichtig ist. daß die Vorspannung nicht unbegrenzt verstellt werden kann. Es wird empfohlen, nicht mehr als einige Millimeter von der Standardvorspannung abzuweichen. Wenn die gewünschte Federvorspannung eingestellt ist, vergessen Sie bitte nicht, den Kontra-Federteller wieder anzuziehen.

Bitte verwenden Sie nur passendes Werkzeug (keinen Hammer oder Schraubendreher). In der Praxis werden diese Werkzeuge schon mal gerne verwendet, da der Stoßdämpfer nur schwer erreichbar ist. Sie führen jedoch zu einer Beschädigung des Stoßdämpfers. und der Federteller wird nur unzureichend gesichert.

 
Einstellung der Dämpfung

Die ,,Druckstufendämpfung” bezieht sich auf die hydraulische Dämpfung während des Einfederns des Stoßdämpfers. Mittels des Einstellknopfes auf dem Stickstoffbehälter kann die Druckstufendämpfung eingestellt werden. Die ,,Druckstufendämpfung” bestimmt die Geschwindigkeit, mit der der Stoßdämpfer einfedert und das Maß. in dem die Federung anspricht. Die Druckstufendämpfung sorgt auch dafür. daß die Federung bei einem schweren Schlag nicht durchschlägt. Der Einstellbereich umfaßt 7 Positionen, wobei die aktuelle Position an der Markierung auf dem Stoßdämpfer zu erkennen ist. Die Zugstufendämpfung (rebound damping) sorgt dafür, daß der Stoßdämpfer kontrolliert ausfedert. Sie können die Zugstufendämpfung mit Hilfe des Einstellringes an der Unterseite des Stoßdämpfers einstellen.

Bevor Sie sich dazu entschließen, Änderungen an der Dämpfung vorzunehmen, sollten Sie sich erst gut an die Standardeinstellungen gewöhnen. Beachten Sie bitte auch, daß ein neuer Stoßdämpfer erst mindestens eine Stunde eingefahren werden muß, bevor etwas an ihm verstellt wird. Da sowohl die Zug- als auch die Druckstufendämpfung eingestellt werden können, kann für jede Strecke die nach dem persönlichen Empfinden ideale Dämpfung eingestellt werden.

 
  • Die Druckstufendämpfung kann über einen Einstellbereich von 7 Positionen eingestellt werden. Position 1 entspricht dem weichsten Stand und somit minimaler Druckstufendämpfung. Position 7 (hart) erhält man. indem der Einstellknopf gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird. wobei ein Klicken zu hören ist. Die Standardeinstellung entspricht der Position 3.

 
  • Die Zugstufendämpfung wird mit dem Drehknopf an der Unterseite des Stoßdämpfers geregelt. Der Einstellbereich umfaßt 11 Positionen. Wird der Einstelltknopf im Uhrzeigersinn gedreht. dann wird die Dämpfung härter, gegen den Uhrzeigersinn wird sie weicher. Position 7 entspricht der Standardeinstellung

 
Die ideale Einstellung
Wie bestimmen Sie die ideale Einstellung? Die Standardeinstellungen des Stoßdämpfers entsprechen in den meisten Fällen der nahezu optimalen Position. Wenn Sie jedoch einmal experimentieren möchten, dann gehen Sie folgendermaßen vor:
Fahren Sie ungefähr 15 Minuten Lang mit der Standardeinstellung und beginnen Sie dann zuerst mit der Verstellung der Druckstufendämpfung. Stellen Sie die Dämpfung erst weicher ein (z.B. Position 1), danach 3 bis 4 Positionen härter, um den Unterschied deutlich spüren zu können. Kehren Sie danach wieder zur Standardeinstellung zurück. und verstellen Sie dann den Einstellknopf jeweils um eine Position je Probefahrt, um die ideale Einstellung zu finden. Verfahren Sie danach in der gleichen Weise mit der Zugstufendämpfung.
  • In der Tabelle sind Empfehlungen angegeben, bei welcher Fahrstrecke welche einstellungen vorgenommen werden sollten
    (+ = mehr Dämpfung. - = weniger Dämpfung. 0 = keine Veränderung).

 
Richtlinien für die Einstellung
Die Einstellung des Stoßdämpfers hängt vom montierten Federtyp. vom Druck in der Stickstoffkammer, von der Ölviskosität. von der Federvorspannung und natürlich von der Zug- und Druckstufendämpfung ab. Es ist bisweilen schwierig. einen bestimmten Effekt des Stoßdämpfers einer bestimmten Einstellmöglichkeit zuzuordnen. Die nachfoLgende Liste enthält einige Erläuterungen in bezug auf die Standardeinstellungen und die Auswirkungen. die die verschiedenen Änderungen mit sich bringen (siehe auch die Tabelle unter ,,Fehlersuche”).

Feder, Grundfeder ist standardmäßig montiert

  • Zu harte Feder: bei einem dynamischen Negativfederweg von weniger als 80 mm, bei 85 mm dynamischem Negativfederweg verbessert sich das Fahrverhalten in engen Kurven, dafür aber geringere Stabilität bei Geradeausfahrt
  • Zu weiche Feder: bei einem dynamischen Negativfederweg von mehr als 110 mm. bei 105 mm dynamischem Negativfederweg verbessert sich die Stabilität auf schnellen Strecken, aber etwas schlechteres Fahrverhalten in kurzen Kurven
  • Federvorspannung. Veränderung der Vorspannung je nach Gewicht des Fahrers und um einen größeren oder kleineren statischen bzw. dynamischen Negativfederweg zu erhalten.
  • Druckstufendämpfung. Standardeinstellung: Position 3 (bei einem Einstellbereich von 1 bis 7)
  • Zu wenig Druckstufen Dämpfung: durchschlagen, geringe Fahrhöhe, schwieriges Kurvenverhalten, instabiles Gefühl
  • Zu viel Druckstufendämpfung: massiges. sprödes und hartes Gefühl, schöpft nicht den kompletten Federweg aus, hohe Fahrhöhe, Abkippen in Kurven, unruhiges Hinterrad.
  • Zugstufendämpfung. Standardeinstellung: 5 bis 6 (bei einem Einstellbereich von 1 bis 11)
  • Zu wenig Zugstufendämpfung: flatternd, hochschlagen bei Löchern, hohe Fahrhöhe
  • Zu viel Zugstufendämpfung: massiges Gefühl bei dem Befahren von Löchern kurz nacheinander, niedrige Fahrhöhe, schlechte Traktion.
  • Bevor Sie gemäß der untenstehenden Übersicht Anpassungen irgendwelcher Art an Ihrem Stoßdämpfer vornehmen, Stellen Sie bitte  erst alle Einstellungen auf die Standardeinstellungen (siehe hierzu Set-Up ).